Wirtschaftliche Lage

Mexiko betreibt seit Anfang der neunziger Jahre eine Freihandelspolitik. Heute ist Mexiko über ein System von 13 Freihandelsabkommen mit 42 Staaten mit der Weltwirtschaft vernetzt

Die mexikanische Wirtschaft hat sich vom ersten Schock nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten teilweise erholt. Mit einer vergleichsweise niedrigen Verschuldung des Bundeshaushalts von 54 % des BIP und einem Haushaltsdefizit von 3 % (Prognose für 2017) steht Mexiko im internationalen Vergleich solide da. Allerdings bleiben einige Unsicherheitsfaktoren bestehen, zuvorderst der Ausgang der Verhandlungen zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA. Abhängig davon muss die Wachstumsprognose womöglich noch nach unten korrigiert werden.

Der mexikanische Senat hat eine lang umstrittene Energiereform gebilligt. Die Energiereform gilt als der Umbruch der Regierung und kommt einem Sektor zugute, der international lange nicht wettbewerbsfähig war. Sie markiert das Ende eines historischen Staatsmonopols nach fast 80 Jahren. Sowohl der staatliche Ölkonzern PEMEX, als auch die Energieversorgung werden nun für private Investoren geöffnet.

Mexiko und Panama haben ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Die Liberalisierung des Handels ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung beider Staaten und wird die zwei Länder als Wirtschaftsstandort stärken.

Die wirtschaftliche Entwicklung Mexikos ist auf den ersten Blick durchaus positiv. Im vergangenen Jahr verzeichnete Mexiko, ein Wachstum von geschätzt 4,6 Prozent und gehört somit zu den 14 größten Volkswirtschaften der Welt und ist die siebtgrößte Exportnation. Die Jahresinflationsrate in Mexiko hat 2006 bei 4,05 Prozent gelegen und befand sich damit oberhalb des Zielkorridors der Zentralbank von 2 bis 4 Prozent, aber der Ausblick für 2007 bleibt positiv. Die neue Regierung setzt die Maßnahmen zur Verbesserung des Schuldenmanagements konsequent um.

Mexiko war im Jahre 2005 mit einem Bruttoinlandsprodukt von 768 Mrd. US-Dollar die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und ist mit Abstand die bedeutendste Exportnation dieser Region. Deutschland war 2005 weiterhin der viert größte Handelspartner Mexikos. Deutschland stellt im Tourismusbereich zusammen mit den anderen EU-Staaten das drittgrößte Besucherkontingent in Mexiko nach den USA und Kanada. Die meisten deutschen Unternehmen in Mexiko berichteten über das beste Geschäftsjahr seit langem. Insbesondere der deutsche Maschinenbau profitierte von der neuen Investitionsfreude, aber auch Chemie und Pharma verzeichneten hohe Umsatzzuwächse.