Codex Aubin – Die Geschichte der Mexica

Der , auch bekannt als Manuscrito de 1576, ist eine der bedeutendsten aztekischen Bilderhandschriften, die die der (Azteken) von ihrem mythischen Ursprung in bis zur frühen dokumentiert.

Er wurde in verfasst und enthält sowohl traditionelle indigene Piktogramme als auch Texte in lateinischer Schrift – ein eindrucksvolles Zeugnis der kulturellen Hybridität nach der spanischen Eroberung.

Ursprung und Entstehung

  • Entstehungsjahr: circa 1576
  • Ort: vermutlich -Stadt
  • Autorenschaft: Ein indigener Schreiber (tlacuilo), möglicherweise unter Aufsicht von Fray Diego Durán
  • Benannt nach dem französischen Sammler Joseph Marius Alexis , der das Manuskript im 19. Jahrhundert erwarb

Heute befindet sich das Original im British Museum in London, eine Kopie liegt in der Princeton University.

Inhalt und Struktur

Der besteht aus 81 Seiten, die auf europäischem Papier gemalt wurden. Die Seiten sind im Stil eines westlichen Buches gebunden und enthalten:

  • Darstellungen der Wanderung der Mexica von Aztlán nach Tenochtitlán
  • Berichte über die spanische Eroberung, darunter das Massaker am Templo Mayor im Jahr 1520
  • Chroniken der frühen Kolonialzeit bis 1607
  • Porträts von Herrschern, Kriegern und religiösen Figuren
  • Piktogramme mit lebendigen Farben: Rot, Türkis, Grün, Braun und Grau

Die Texte sind in Nahuatl verfasst, teilweise mit spanischen Glossen. Die Schrift ist klar und gleichmäßig, die Illustrationen folgen der traditionellen aztekischen Maltechnik mit Farbverläufen und symbolischer Farbverteilung.

Bedeutung und kultureller Wert

Der Codex Aubin ist ein ethnohistorisches Meisterwerk, das die indigene Sichtweise auf die Eroberung und die Kolonialisierung dokumentiert. Er zeigt, wie die Mexica ihre Geschichte selbst niederschrieben – nicht als unterworfene Kultur, sondern als stolze Zivilisation mit komplexer Religion, Politik und Gesellschaft.

Besonders wertvoll ist die Darstellung der Zeitrechnung, der und der sozialen Umbrüche nach der Ankunft der Spanier. Der Codex ist ein Beispiel für die kulturelle Resilienz der indigenen Bevölkerung.