Wirtschaftliche Lage

Mexiko betreibt seit Anfang der neunziger Jahre eine Freihandelspolitik. Heute ist Mexiko über ein System von 13 Freihandelsabkommen mit 42 Staaten mit der Weltwirtschaft vernetzt

Aktuelle Wirtschaftslage
Die mexikanische Wirtschaft wird nach vorläufigen Zahlen 2003 mit voraussichtlich 1,5% leicht wachsen. Ursache ist die robuste private und staatliche Konsumnachfrage, während der Produktionssektor eher schwächelte. Mit der Belebung der US-amerikanischen Wirtschaft wird auch für Mexiko ein Anziehen der Wirtschaftsleistung erwartet. Die Konsensvoraussage des Wachstums für 2004 beträgt deshalb 3,5%.

Der Bundeshaushalt Mexikos für 2003 hat ein Volumen von 1,524 Billionen Pesos (ca. 185 Mrd. Euro) und ist somit um 0,1 % größer als der von 2002. Das veranschlagte Defizit beträgt wiederum 0,65 % des BIP. Entgegen dem Regierungsvorschlag bleiben Medikamente und Lebensmittel wie bisher mehrwertsteuerfrei.

Bei dem Maquiladora Konzept - „industria maquiladora de exportacion" handelt es sich hierbei um ausländische Unternehmen, die das relativ niedrige Lohnniveau in Mexiko ausnutzen, um halbfertige Produkte weiterverarbeiten zu lassen. Das Maquiladora Konzept ist sehr umstritten, da es nur preiswerte Arbeitsplätze schafft und wenig zur Entwicklung einer soliden Industriebasis beiträgt.

Die mexikanische Wirtschaft hat sich vom ersten Schock nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten teilweise erholt. Mit einer vergleichsweise niedrigen Verschuldung des Bundeshaushalts von 54 % des BIP und einem Haushaltsdefizit von 3 % (Prognose für 2017) steht Mexiko im internationalen Vergleich solide da. Allerdings bleiben einige Unsicherheitsfaktoren bestehen, zuvorderst der Ausgang der Verhandlungen zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA. Abhängig davon muss die Wachstumsprognose womöglich noch nach unten korrigiert werden.

Mexiko war im Jahre 2005 mit einem Bruttoinlandsprodukt von 768 Mrd. US-Dollar die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und ist mit Abstand die bedeutendste Exportnation dieser Region. Deutschland war 2005 weiterhin der viert größte Handelspartner Mexikos. Deutschland stellt im Tourismusbereich zusammen mit den anderen EU-Staaten das drittgrößte Besucherkontingent in Mexiko nach den USA und Kanada. Die meisten deutschen Unternehmen in Mexiko berichteten über das beste Geschäftsjahr seit langem. Insbesondere der deutsche Maschinenbau profitierte von der neuen Investitionsfreude, aber auch Chemie und Pharma verzeichneten hohe Umsatzzuwächse.

Mexiko hat einen Vorteil, der ihm im Vergleich zu den lateinamerikanischen Ländern eine Sonderposition verschafft: Es hat mehr Freihandelsabkommen unterzeichnet als jeder andere Staat der Welt. Am wichtigsten für das Land selbst, aber auch für ausländische Investoren, die 1994 gegründete North American Free Trade Association, kurz NAFTA, in der sich die USA, Kanada und Mexiko zu einer gigantischen Freihandelszone zusammengeschlossen haben.