Pago en Especie - ist ein auf der Welt einmaliges Steuersystem. Seit rund einem halben Jahrhundert können Künstler in Mexiko ihre Steuerschuld in Naturalien bezahlen.
Die Idee für das Programm stammte von dem bekannten Muralisten David Alfaro Siqueiros der sich beim Finanzministerium im Jahr 1957 für einen bedrängten Kollegen einsetzte.
1974 regelte die mexikanische Regierung in einer Verordnung die Abgabepflicht bis ins Detail. Je mehr Gemälde, Skulpturen oder Radierungen ein Künstler verkauft, desto mehr muss er auch dem Finanzministerium abliefern.
Der Fiskus akzeptiert aber nicht jedes Werk, daher begutachtet ein Sachverständigengremium jedes Werk. Denn allzu oft wollen die Maler oder Bildhauer dem Fiskus ihre unverkäuflichen Arbeiten unterschieben. Das hat sich aber mit der Eröffnung des Museums geändert, nur wenn dem Stück "Calidad museo" bescheinigt wird, kann es im Museum gezeigt werden und bietet gleichzeitig den Künstlern ein attraktives Forum. Werden die eingereichten Arbeiten drei Mal abgelehnt, muss der Künstler seine Steuern ganz normal in Peso entrichten. Ein Drittel aller Werke wird an die 31 mexikanischen Bundesstaaten weitergegeben.
Seit 1994 besitzt das Finanzministerium ein eigenes Museum in dem ehemaligen erzbischöflichen Palast, in dem die rund 4000 wertvollsten Exponate von Rufino Tamayo, Francisco Toledo, Diego Rivera und vielen weiteren ausgestellt werden und ist somit die umfassendste Sammlung zeitgenössischer mexikanischer Kunst.
Das Gebäude ist ein prächtiger Kolonialbau, den die Spanier 1530 auf die Ruinen des aztekischen Tezcatlipoca- Tempels erbauten.
Insgesamt beteiligen sich heute über 450 Künstler an Pago en Especie, wobei jeder Dritte von ihnen Ausländer ist.





